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Schmuggeln ist kein Kavaliersdelikt

Illegaler Zigarettenhandel gefährdet Jobs und untergräbt den Jugendschutz

Ein Erfolg der Kieler Zollfahnder machte Anfang 2017 bundesweit Schlagzeilen: Bei der Kontrolle eines Lastwagens entdeckten die Zöllner über 4,3 Millionen unversteuerte Zigaretten. Der Schaden: rund eine Million Euro.

Allein diese Dimension macht deutlich, dass der Zigaretten-Schmuggel keineswegs ein Kavaliersdelikt ist. Dahinter verbergen sich international operierende Banden, die illegale Geschäfte im großen Stil betreiben. Bis zu jede sechste Zigarette, die 2016 konsumiert wurde, war nicht in Deutschland versteuert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Zigarettenindustrie.

Dem Hehler ist der Jugendschutz egal
Der Schmuggel schadet dem Gemeinwesen nicht nur in Form entgangener Steuern, warnen Experten. So werde etwa durch den illegalen Handel der Jugendschutz untergraben, schildert Günther Kraus, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lotto- und Totoverkaufsstellen (BLD): „Im stationären Handel ist es selbstverständlich, auf das Alter der Kunden zu achten und das Verkaufsverbot an Minderjährige strikt einzuhalten. Einem Hehler ist das vollkommen egal.“

Der Kiosk um die Ecke ist in Gefahr
Hinzu kommt, dass durch den Schwarzmarkt auch heimische Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Der BLD beispielsweise vertritt bundesweit über 24.000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen, die meist als Familienbetrieb geführt werden und mit denen über 100.000 Arbeitsplätze verbunden sind. „In Regionen, wo der Verkauf von illegalen Zigaretten aus Osteuropa blüht, sind viele Händler in ihrer Existenz gefährdet“, unterstreicht Kraus weiter – für die Hauptstadt Berlin gelte das ebenso wie etwa für grenznahe Bereiche zu Polen und Tschechien. Das wiederum habe Folgen für alle: Die Kioske, vielerorts liebevoll „Buden“ genannt, dienen der Nahversorgung vom Zeitungsverkauf bis zur Paketannahme – gerade in ländlichen Regionen. „Ein Verlust dieser Serviceleistungen wäre nicht zu ersetzen“, sagt der Experte.

Zigarettenschmuggel sei somit keine Kleinigkeit. Übrigens auch nicht für den Käufer: Wird man beim Erwerb unversteuerter Zigaretten erwischt, droht ein Bußgeld.

 

 

 

 

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