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Harald Glööckler: „Ich bin ein Bild im Museum“

Affirmationen auf dem Laufband machten ihn reich

Alles was Harald Glööckler anpackt, muss „pompöös“ sein, so auch sein gleichnamiges Label. Geprägt wurde das exzentrische Wesen des Modeschöpfers durch seine Kindheit. „Ich hatte einen Vater, der alle terrorisierte“, so Glööckler. 

In einem aktuellen Interview erzählte der 53-Jährige sogar erstmals von Missbrauch: Ein Stammgast des Wirtshauses seiner Eltern habe sich im Wald vor ihm entblößt und zu sexuellen Handlungen gezwungen – da war Harald fünf oder sechs Jahre alt. Erst als sich ein Traktor näherte, ließ der Täter von ihm ab. Und mit 13 Jahren musste er zusehen wie seine Mutter – vermutlich vom Vater gestoßen – die Treppe hinunterstürzte und wenige Tage später verstarb. Diese Erlebnisse waren schwer zu verarbeiten. „Ich war notgedrungen dazu gezwungen, mir meine eigene Welt zu kreieren, sonst wäre ich untergegangen“, so Glööckler.

Mit 18 begann der gebürtige Schwabe eine Lehre als Einzelhandelskaufmann. Doch auch dort, eckte er wegen seiner Exzentrik an. Dennoch ließ der Designer sich nie verbiegen: „Ich bin wie ein Bild im Museum. Man guckt mich an und findet mich gut oder nicht.“ Auch aus beruflichen Niederlagen schöpfte der gebürtige Schwabe Kraft: „Ich habe einen festen Glauben an Gott und ständigen Kontakt mit Engeln. Die sagen mir, dass es wieder besser wird. Nach Regen kommt bekanntlich Sonnenschein“. Und in schlechten Zeiten stellte sich der Paradiesvogel einfach aufs Laufband und sprach Affirmationen wie „Reichtum“. „Sie sehen ja wohin es geführt hat“, so der Patient zahlreicher Schönheitsoperationen.

Traurig: Glööcklers Sucht nach Veränderung ist eine Flucht vor seinen Wurzeln: „An dem Tag wo ich morgens in den Spiegel sehe und mein Vater guckt mir entgegen, würde ich mir in den Kopf schießen.“

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