Mobil

Ältere Menschen sind anfällig für Sekundenschlaf

Schlafstörungen und Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit im Alter

Mit zunehmendem Alter verringert sich die gesamte Schlafzeit und damit auch die regenerierende Tiefschlafphase. Neben diesen rein altersbedingten Veränderungen können auch schlafbezogene Atemstörungen und typische Alterskrankheiten wie Demenz oder Depression die Schlafqualität beeinflussen.

Gerade ältere Menschen haben zudem mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen und müssen deshalb oft verschiedene Medikamente einnehmen. „Wir haben herausgefunden, dass über 65 Prozent aller Medikamente von Senioren eingenommen werden und jeder fünfte über 65-Jährige täglich mehr als fünf verschiedene Arzneien benötigt“, so Prof. Dr. med. Michael Falkenstein vom Institut für Arbeiten Lernen Altern (ALA). Rund 20 Prozent aller Medikamente beeinträchtigen nach Angaben der Hersteller die Fahrtüchtigkeit, indem sie insbesondere die kognitive Leistungsfähigkeit einschränken und latente Müdigkeit hervorrufen können. „Ältere Menschen sollten daher mit ihrem Arzt mögliche Einflüsse auf ihre Fahrtüchtigkeit abklären“, rät Falkenstein. Dies gilt besonders vor der ersten Anwendung, bei einer Dosissteigerung, bei einer Umstellung, aber auch beim Absetzen von Arzneimitteln.

Auf gesunde Schlafhygiene achten und Autofahrten gut vorbereiten
Schlafmangel und Medikamente können also speziell das Risiko älterer Menschen am Steuer einzuschlafen erhöhen. Um dem gefährlichen Sekundenschlaf vorzubeugen, sollten daher alle am Verkehr teilnehmenden Menschen, insbeson­dere vor längeren Fahrten, für ausreichend Schlaf sorgen und auf eine gesunde Schlafhygiene achten. Dazu gehören regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, eine angenehme Schlafatmosphäre sowie das Meiden von Genussmitteln wie Kaffee und Alkohol oder von schwerem Essen am späten Abend.

Höchste Zeit für eine Pause
Wer beim Fahren erste Anzeichen von Müdigkeit wie häufiges Gähnen und schwere Augenlider oder den sogenannten Tunnelblick bemerkt, für den ist es höchste Zeit, eine Pause einzulegen. Am besten erholt man sich mit einem Kurzschlaf von 10 bis 20 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft, um den Kreislauf zu aktivieren. Ein Kaffee kann die positive Wirkung des Kurzschlafes fördern, wenn er vor dem Einschlafen getrunken wird. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt.

Vorheriger ArtikelNächster Artikel

Send this to friend